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De facto müssen die
Automatikuhren als
eine Weiterentwicklung der mechanischen
Uhren gewertet werden. Im Gegensatz zu den
manuell aufziehbaren Zeitmessern verfügt das
Uhrwerk eines Automatikgehäuses über das
distinktive Merkmal eines Rotors. Um die
Prinzipien der Trägheit einzuhalten - der
Rotor als regulierende Instanz darf nicht
leichter als die übrigen Zahnräder sein -
wird das Drehmoment einer Automatikuhr in
der Regel aus Platin, Gold oder
Wolframkarbid hergestellt.
Die detaillierte Funktionsweise des Rotors
lässt sich folgendermaßen schildern: Erst
einmal muss man sich den Rotor als eine Art
Diskusscheibe vergegenwärtigen, die
immerwährend um sich selbst kreist. Mit
Hilfe eines ausgetüftelten Räderwerks,
welches direkt am Rotor anliegt, wird die
Geschwindigkeit des Rotors jeweils immer
dann gedrosselt, wenn die Spannkraft der
antreibenden Feder nachlässt. Aufgrund
dessen wird ein Kupplungsmechanismus an die
zuständigen Zahnräder der Federkoordination
freigesetzt und die energietragende Spirale
zieht sich wieder zusammen. Damit der Rotor
nicht aus seiner angedachten Nische springt,
wird er von metallischen Kugeln fixiert.
Neben dem gerade angesprochenen
Rotorverfahren existiert auch die Methode
mit der Pendelschwungmasse als obsolete
Alternative.
Im Rahmen der
Rotortechnik für automatische
Uhren
unterscheidet man zwischen zwei Verfahren
und zwar dem Remontoir-Prinzip und dem
Exzenter. Während die Remontoir-Automatikuhr
mit einem runden Rotor arbeitet, der sich um
den Kreismittelpunkt dreht, verhält sich
dies beim halbkreisförmigen Exzenter so,
dass die Achse im Falle einer 180° - Drehung
falsch justiert wäre. Aus diesem Grund
eignet sich die Exzenter-Automatikuhr auch
nicht für einen Einsatz im Weltraum.
Mit der Einführung der Armbanduhren mutierte
die Automatikuhr zu einem Verkaufsschlager,
denn als Zimmeruhr konnte sie sich in den
damaligen Gemächern nicht so richtig
durchsetzen. Die eigentliche Erfindung der
Automatikuhr ist im Jahre 1778 dem
belgischen Uhrmacher Hubert Sarton gelungen.
Der Clou an der automatischen Armbanduhr
ist, dass sie sich selbsttätig während des
Tragens stellen kann.
Die Quarzuhr beruht auf piezo-elektrisch
ausgelösten Schwingungen eines Quarzes. Dazu
bedarf es einer Elektrozelle. Die
Automatikuhr hingegen arbeitet regenerativ
und benötigt keine zusätzlichen
Energiequellen. Der gravierendste Nachteil
einer Automatikuhr im Vergleich zu einer
Quarzuhr besteht darin, dass die
Automatikuhr bis zu 5 Sekunden pro Tag
von der Echtzeit abweichen kann, während der
Divergenzwert für die Quarzuhr bei maximal
0,3 Sek. / Tag liegt. |